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Grüne fordern Stopp der Zugstreichungen zwischen Augsburg und München

9.8.2026

Augsburg & Schwaben
Landtag
Landtagsabgeordnete pochen auf Erhalt der Regionalverbindungen und unterstützen Veto des Freistaats
Die geplante Ausdünnung des Regionalverkehrs zwischen Augsburg und München muss vom Tisch. Das fordern die schwäbischen Grünen-Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht, Eva Lettenbauer, Cemal Bozoğlu und Max Deisenhofer in Schreiben an DB InfraGO und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter.
Nach den derzeit bekannten Planungen könnten ab 2028 täglich zwölf Regionalzugverbindungen zwischen Augsburg und München entfallen. In den Hauptverkehrszeiten könnte die Zahl der Regionalzüge von derzeit drei bis vier auf maximal zwei Züge pro Stunde und Richtung sinken. Gleichzeitig sind 19 zusätzliche Fernverkehrsfahrten vorgesehen, die dann bevorzugt Kapazitäten auf der Strecke beanspruchen würden.
Die Abgeordneten erklären zu den geplanten Zugstreichungen: „Die Strecke zwischen Augsburg und München ist eine Lebensader für unsere Region. Zahlreiche Pendlerinnen und Pendler sind jeden Tag darauf angewiesen, zuverlässig zur Arbeit, zur Ausbildung oder zur Hochschule zu kommen. Ausgerechnet zu den Stoßzeiten das Angebot auszudünnen, wäre völlig widersinnig. Der Regionalverkehr darf nicht zum Verlierer knapper Schienenkapazitäten werden.“
Besonders unverständlich sind die Pläne angesichts der erwarteten Entwicklung der Fahrgastzahlen: Eine im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellte Prognose zählt die Achse Augsburg–München zu den bundesweit sieben Bahnknoten und Linien mit den größten erwarteten Fahrgastzuwächsen im Nahverkehr. Die Grünen-Abgeordneten begrüßen deshalb das Veto des Freistaats gegen die geplanten Streichungen und bieten Verkehrsminister Christian Bernreiter ein gemeinsames Vorgehen gegenüber DB InfraGO und dem Bundesverkehrsministerium an.
Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoğlu erklären „Christian Bernreiter hat in dieser Sache unsere volle Unterstützung. Jetzt müssen wir gemeinsam verhindern, dass diese Pläne Wirklichkeit werden. Die CSU sitzt auch in Berlin mit am Kabinettstisch und muss ihren Einfluss auf die Bundesregierung jetzt nutzen. Denn klar ist: Mehr Fahrgäste brauchen mehr Kapazitäten, nicht weniger Züge. Und sie brauchen erst recht keine Fahrten, für die sie dann noch teuer draufzahlen müssen, weil das Deutschlandticket im Fernverkehr nicht gilt.“
Von DB InfraGO fordern die Abgeordneten die vollständige Rücknahme der Streichpläne sowie gemeinsam mit Freistaat und Arverio einen Ausbaupfad für die Strecke. Bis zum 30. September soll DB InfraGO darlegen, wie negative Folgen für Pendlerinnen und Pendler und die Region verhindert werden sollen.