Zugstreichungen zwischen Augsburg und München: Grüne machen weiter Druck
10.9.2026
Die DB InfraGO hält bislang an ihren Plänen fest, die Landtagsabgeordneten pochen indes auf den Erhalt der Regionalverbindungen.
Die Regionalzugverbindungen zwischen Augsburg und München müssen bleiben – dafür setzen sich die Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht, Eva Lettenbauer, Max Deisenhofer, Cemal Bozoğlu und Andreas Birzele ein. Sie haben sich jetzt an die Bundesnetzagentur gewandt und deren Präsidenten Klaus Müller um eine Bewertung der geplanten Kapazitätsverteilung und ihrer Auswirkungen auf den Regionalverkehr gebeten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Bundesnetzagentur die angekündigte Verschiebung von Trassenkapazitäten zugunsten des Fernverkehrs bewertet.
Betroffen wären dabei nicht nur Pendlerinnen und Pendler zwischen Augsburg und München, sondern auch Fahrgäste aus Richtung Donauwörth und Günzburg, die über Augsburg nach München fahren.
„Seit wir von diesen absurden Plänen wissen, machen wir Grüne bei den Verantwortlichen Druck. Aber sie ducken sich weg und bieten keine tragfähige Lösung an“, moniert Stephanie Schuhknecht und ergänzt: „Die Leidtragenden sind am Ende die Pendlerinnen und Pendler, die auf die Bahn angewiesen sind, um zur Arbeit zu kommen. Und zwar nicht auf den teuren Fernverkehr, der noch nicht einmal alle Bahnhalte auf der Strecke bedient, sondern auf die Regionalbahn. Die einzig sinnvolle Veränderung auf dieser Strecke wäre eine Aufstockung statt einer Ausdünnung des Regionalverkehrs.“
Von DB InfraGO fordern die Abgeordneten die vollständige Rücknahme der Streichpläne sowie gemeinsam mit Freistaat und Arverio einen Ausbaupfad für die Strecke. „Alles andere wäre ein fatales Signal für die Menschen in Schwaben. Der Regionalverkehr leidet bereits genug. Das Deutschlandticket wird, wie jüngst verkündet, im kommenden Jahr erneut teurer – dann muss wenigstens das Angebot passen“, betont Schuhknecht.
Nach den derzeit bekannten Planungen könnten ab 2028 täglich zwölf Regionalzugverbindungen zwischen Augsburg und München entfallen. In den Hauptverkehrszeiten könnte die Zahl der Regionalzüge von derzeit drei bis vier auf maximal zwei Züge pro Stunde und Richtung sinken. Gleichzeitig sind 19 zusätzliche Fernverkehrsfahrten vorgesehen.