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Neue Italo-Schnellzüge für Deutschland: Klingt gut? Könnte aber die Fernverkehrsanbindung von Augsburg verschlechtern

6.23.2026

Augsburg & Schwaben

Das italienische Bahnunternehmen Italo plant, ab 2028 mit eigenen Hochgeschwindigkeitszügen in den deutschen Fernverkehr einzusteigen. Was zunächst nach mehr Wettbewerb und günstigeren Ticketpreisen klingt, könnte für Augsburg erhebliche Folgen haben – sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr.

Grundsätzlich ist zusätzlicher Wettbewerb auf der Schiene zu begrüßen. Neue Anbieter können das Angebot verbessern und für niedrigere Preise sorgen. Nach Einschätzung von Expertinnen und Experten könnten Reisende von günstigeren Fernverkehrstickets profitieren.

Für Augsburg und weitere bayerische Städte könnten dadurch aber erhebliche Nachteile entstehen. Laut einer Studie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gehört der Augsburger Hauptbahnhof zu den Fernverkehrshalten, die von Ausdünnungen oder sogar dem Wegfall einzelner ICE- und IC-Verbindungen betroffen sein könnten. Hintergrund ist, dass die Deutsche Bahn bei zunehmendem Wettbewerbsdruck auf besonders rentable Strecken setzen und weniger profitable Halte reduzieren könnte, um Einnahmeverluste auszugleichen.

Doch nicht nur der Fernverkehr steht auf dem Spiel. Auch der Nahverkehr in der Region Augsburg könnte unter den Plänen leiden. So würde der ohnehin bereits stark belastete Korridor zwischen Augsburg und Friedberg zusätzlich unter Druck geraten. Bereits heute erschweren Engpässe auf der Strecke die Umsetzung eines attraktiven Angebots. Neue Fernverkehrsangebote dürfen deshalb nicht zulasten des Nahverkehrs gehen.

Auf meine Anfrage zum Plenum (AzP) erklärte das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr zwar, die Pläne seien aus seiner Sicht schädlich und in ihrer derzeitigen Form nicht umsetzbar. Konkrete Maßnahmen, wie die Staatsregierung den drohenden Einschnitten entgegenwirken will, bleibt sie jedoch schuldig. Stattdessen verweist sie auf die Zuständigkeit der bundeseigenen DB InfraGO AG bei der Trassenvergabe.

Wer die möglichen Auswirkungen auf Augsburg und die gesamte Region ernst nimmt, darf sich nicht hinter Zuständigkeitsfragen verstecken. Wir Grüne im Bayerischen Landtag werden