Das neue Jahr habe ich mit ersten Terminen als Ausschussvorsitzende begonnen. Den Anfang machte ein Antrittsbesuch bei der BIHK (der Bayerischen Industrie und Handelskammer) gemeinsam mit meiner Kollegin Barbara Fuchs. Im Fokus unseres Gesprächs lag ganz klar unser gemeinsames Hauptanliegen: die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Bayern als Wirtschaftsstandort fit für die Zukunft zu machen. Ein großes Dankeschön an den Hauptgeschäftsführer Dr. Gößl und sein Team für den guten Austausch: im vorgestellten Konjunkturbericht wird der Fachkräftemangel als größtes Risiko aufgeführt, neben dem Ausbau der Erneuerbaren für zuverlässige, saubere und langfristig bezahlbare Energie und natürlich dem Dauerbrenner Bürokratieabbau mit einem dringend nötigen, echten Digitalisierungsschub für Bayern! Allesamt Themen die ich in „meinem Ausschuss“ angehen kann und immer wieder auf die Tagesordnung bringen werde!

Am Dienstag kam ich zu einem ersten Besuch nach Würzburg und besuchte dort zusammen mit meinen Landtagskolleg*innen Patrick Friedl und Kerstin Celina, das Süddeutsche Kunststoffzentrum (SKZ), das 1961 in Würzburg gegründet wurde. Das SKZ ist quasi der Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Anwendung und macht aus theoretischen Kenntnissen und Ergebnissen der Grundlagenforschung praktisch anwendbare Technik. Am Standort Würzburg werden jährlich etwa 10.000 Menschen, die im Mittelstand arbeiten, in der praxisnahen Nutzung von Kunststoffen geschult. In der Coronaphase waren z.B. wichtig zu wissen, welche Oberflächen bakterienabweisend sind und antivirale Eigenschaften haben, erläuterte der Leiter des SKZ, Professor Dr.-Ing. Martin Bastian. Heute geht es z.B. darum, mit der Verwendung von Kunststoffen Ressourcen und CO2 zu sparen: Kanalschächte aus Kunststoff und nachwachsenden Rohstoffen, statt aus Beton zu bauen spart 70% CO2 und hat beim Bau zusätzliche positive Eigenschaften. Ein weiteres Beispiel sei Kunststoff, der aus übriggebliebenen Orangenschalen hergestellt werden kann. Das ist Kreislaufwirtschaft im besten Sinne, Abfallprodukte, für die es aktuell keine gute Verwendung gibt, zu identifizieren und neue Wege für die Nutzung zu finden.

Besonders wichtig ist es, Produkte, die zumindest teilweise in der Natur verbleiben, nur in abbaubarer Form zuzulassen, z.B. dünne Folien, die auf den Feldern in der Landwirtschaft ausgebracht werden. Für alle anderen Anwendungen sind Pfandsysteme das beste Mittel, um sortenreine Rohstoffe in großen Mengen zur Wiederverwendung zur Verfügung zu haben, z.B. PET Flaschen. Im SKZ werden Kunststoffe auch geprüft und zertifiziert, „wir sind so etwas wie der TÜV für Kunststoffe“ erläuterte der Leiter, Martin Bastian.

Meine Kollegin Kerstin Celina, die seit zehn Jahren im Landtag sozial- und gesundheitspolitische Themen bearbeitet, interessierte sich besonders für die Anwendung von Kunststoffen in der Medizintechnik, z.B. um verschlissene Gelenke zu ersetzen oder Prothesen zu bauen. Die Anforderungen an diese Teile sind natürlich sehr hoch: sowohl die Haltbarkeit, als auch die Verträglichkeit als auch die Ähnlichkeit zum Körperteil, z.B. hin sichtlich Gewicht, sind extrem hoch.

Im Anschluss machten wir noch einen Abstecher ins Zukunftshaus Würzburg. Hier ist Nachhaltigkeit zu Hause: Von allen Produkten findet sich immer nur der nachhaltigste Anbieter. Ein Beispiel gefällig? Töpfe und Pfannen aus Email, die in Österreich aus Altmetall und mit grünem Strom aus Wasserkraft hergestellt werden. Die Lieferwege sind aus unserem direkten Nachbarland entsprechend kurz. Oder Rucksäcke, die komplett aus wiederverwendeten Stoffen und Teilen der Innenausstattung von Autos hergestellt werden.

Der Mehrwert bei allen Produkten für die Kund*innen? Sie müssen nicht mehr selbst mühsam recherchieren, welches Produkt jetzt wirklich nachhaltig ist und können auf die Expertise von Uli Emmerling und den weiteren Vorstände des Vereins  vertrauen. Und gleichzeitig können vor Ort Werkzeuge und Küchenutensilien gemietet werden, es gibt einen Reparaturservice für Haushaltsgeräte und eine Tauschbörse, die bereits Vorhandenes in neue Hände gibt. Ein tolles Projekt und ein Leuchtturm für Nachhaltigen Konsum, der hoffentlich Schule macht!