Für die Pandemiebekämpfung ist es zentral, dass wir wissen, wo Menschen sich infizieren – denn nur dann ist klar, welche Maßnahmen getroffen werden müssen. Aber wo stecken sich sie meisten Menschen mit Covid-19 an?

Meine Kollegen Max Deisenhofer, Christina Haubrich und ich haben kürzlich eine schriftliche Antwort dazu gestellt, in der unter anderem gefragt wurde, wie die Situation in Schwaben ist. Das Ergebnis ist ernüchternd: In 80% der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt. Im Sommer war dies noch weitaus öfter der Fall – denn nur wenn die Inzidenz niedrig genug ist, können Infektionsketten gut nachvollzogen werden. Auch deswegen müssen wir jetzt mit aller Kraft weiter daran arbeiten, den Inzidenzwert nach unten zu bekommen.

Für die aktuelle Situation bedeutet das aber auch, dass wir vor allem angesichts der Mutationen vorsichtig sein müssen – und gleichzeitig die wenigen Zahlen, die wir zur Verfügung haben, nutzen sollten: Die Zahlen weisen deutlich darauf hin, dass Kitas ein besonders sensibler Bereich sind und die Infektionen – gerade beim Personal – in den Herbstmonaten in Schwaben gestiegen sind. Das zeigt deutlich, dass wir besonders im Hinblick auf eine Öffnung der Kitas, die Erzieherinnen und Erzieher besser schützen müssen.

Neben einer Bereitstellung von FFP2-Masken, für alle die dies wollen, sowie Reihen- oder zukünftig sogar Pool-Testungen in regelmäßigen Abständen, muss der Freistaat alle Mittel ergreifen, um das besonders stark exponierte Personal in Kitas deutlich besser vor Ansteckungen zu schützen.