„Ich bin wirklich gespannt, ob die Abgeordneten Durz, Ullrich und Stracke diesmal Gehör finden. Denn mit ihren Ankündigungen, die Strecke Augsburg-Buchloe zu elektrifizieren, sind sie bereits 2014 und 2017 abgeblitzt. Hoffentlich haben sie diese Forderung nicht nur für das Wahlkampfjahr aus der Mottenkiste geholt“, so kommentiert der grüne Landtagsabgeordnete Max Deisenhofer eine aktuelle Pressemeldung in der Heimatzeitung.

Die CSU als Vorreiter in Sachen Elektrifizierung von Bahnstrecken – dieser Eindruck konnte angesichts der Presseerklärung der Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz, Volker Ullrich und Stephan Stracke entstehen. Gemeinsam möchten sie sich laut Mitteilung dafür einsetzen, dass die Linie zwischen Augsburg und Buchloe endlich elektrisch betrieben wird. Noch immer verkehren Dieselloks auf dem genannten Abschnitt. Deisenhofer widerspricht der Darstellung der CSU als Pionierin der Verkehrswende entschieden: „Angefangen bei Peter Ramsauer 2009 bis zu Andreas Scheuer aktuell wird das Bundesverkehrsministerium seit elf Jahren ununterbrochen von Parteikollegen der drei Abgeordneten besetzt. Die Arbeit der CSU-Verkehrsminister ist vor allem geprägt vom Bau von Umgehungsstraßen.“

Für Deisenhofers Fraktionskollegin Stephanie Schuhknecht ist es „ein Armutszeugnis, dass man im sogenannten Bahnland Bayern immer noch mit der Diesellok von Augsburg nach Buchloe fahren muss“. Sie bemängelt grundsätzlich die Beteiligung des Bundes an einer zeitgemäßen Schienen-Infrastruktur: „Angesichts des deutschen Pro-Kopf-Einkommens ist die Investition der Bundesregierung in die Schieneninfrastruktur ernüchternd.“

Wie eine Statistik des Verkehrsbündnisses Allianz Pro Schiene aus dem Jahr 2020 (https://www.allianz-pro-schiene.de/themen/infrastruktur/investitionen/) besagt, belegt Deutschland im europäischen Vergleich Platz neun, was das finanzielle Engagement für Bahnstrecken angeht. Pro Kopf gibt der Bund 76 Euro aus und liegt damit weit abgeschlagen hinter den Spitzenreitern aus Luxemburg (448), der Schweiz (404) oder Österreich (226). Selbst dem wirtschaftlich kaum ebenbürtigen Italien ist die Bahn mit 93 Euro je Einwohner mehr wert. Laut Allianz Pro Schiene entfallen noch immer 56 Prozent der staatlichen Infrastruktur-Investitionen in den Erhalt, Neu- und Ausbau von Fernstraßen. Im Vorjahresvergleich sind die Pro-Kopf-Ausgaben für Bahnstrecken sogar leicht zurück gegangen.