Drei Tage lange wurde ich von dem Coach Robert Summers bei meiner Arbeit im Landtag begleitet, der gerade in verschiedene Berufsfelder hineinschnuppert. Danke für deine Begleitung! Hier sein Erfahrungsbericht von den Tagen:

“Geh mal für ein paar Tage in einen anderen Job! Gesagt, getan. Was wollte ich schon immer mal verstehen? Was machen diese Menschen in unseren Parlamenten eigentlich die ganze Zeit?

Drei Tage lang durfte ich Stephanie Schuhknecht im Bayrischen Landtag begleiten und ihr über die Schulter schauen: Arbeitskreise, Fraktionssitzungen, Plenum, Vorbesprechungen zu Ausschusssitzungen und dann der Petitionsausschuss selbst. Die Last ist enorm, die Vielfalt unvorstellbar groß. Und jedes Thema verdient größtmögliche Aufmerksamkeit. Und gerade im Petitionsausschuss wird deutlich: Die Arbeit unserer Parlamentarier hat deutlich mehr mit der Realität von uns Normalsterblichen zu tun, als ich mir das vorstellen konnte.

Ich bin tief beeindruckt von der Disziplin und Struktur, mit der grüne Abgeordnete ihr Tagesgeschäft verrichten. Ich vergegenwärtige mir, dass jede und jeder einzelne Abgeordnete nur Wählerinnen und Wählern sowie dem eigenen Gewissen verpflichtet ist. Die Zusammenarbeit in der Fraktion untersteht keiner zentralen Autorität, sondern ausschließlich der geteilten Überzeugung, gemeinsam gute Ergebnisse anzustreben zu wollen.

Gerade als Coach und Moderator für selbstorganisierende Teams z.B. in Agilen Transformationen und anderen New Work Environments fasziniert es mich, diesen Menschen dabei zuzusehen, wie sie sich organisieren, wie sie Entscheidungen treffen und wie sie miteinander umgehen. Wobei die Frage besonders beschäftigt, ob die Fraktion nicht besser andere Formen der Entscheidungsfindung ausprobieren sollte, wie zum Beispiel das Systemische Konsensieren als zielführendere Alternative zu Mehrheitsbeschlüssen.

Ja, das Parlament ist irgendwie ein Paralleluniversum. Aber nicht nur eins, sondern ganz viele: Die unterschiedlichen Fraktionen sind schon Welten für sich. Und dann die Landtagsverwaltung, die Kantine und die Allgegenwart bayrischer und deutscher Geschichte. Mein Rat an alle: Macht Euch selbst ein Bild! Kommt her und schaut Euch Euer Parlament an! Es lohnt sich allemal. Und das beste: Redet mit Euren Abgeordneten, Ihr könnt nur gewinnen! Mindestens an Verständnis und Einsicht!

Liebe Stephanie, habe vielen herzlichen Dank für Deine Aufmerksamkeit für meine Fragen und dafür, dass ich mitlaufen und staunen durfte. Und besonders Danke für Dein Engagement für uns Nachbarn aus Augsburg, Bürger Bayerns, Steuerzahler und Wähler, für unsere Gesellschaft und unsere Zukunft!”