Für uns GRÜNE ist klar: Bayerns Zukunft liegt in Europa. Wir setzen uns für eine gerechtere, zukunftsfähige EU ein. Dazu gehört auch EU-weit eine ökologischere und sozialere Wirtschaftspolitik. Als einen Baustein fordern wir eine bessere Förderung von sozialem Unternehmertum und haben daher einen entsprechen Antrag in den Landtag eingebracht.

Soziales Unternehmertum leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Bei sozialem Unternehmertum stehen – anders als bei klassischen Unternehmen – ökologische und soziale Innovation im Vordergrund. Statt vor allem mehr Profit zu erwirtschaften, wird dabei großer Wert auf Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit gelegt. Zum Beispiel wird darauf geachtet, Abfall zu vermeiden und natürliche Ressourcen zu schonen.

Insbesondere neue Unternehmen setzen immer mehr auf derartige Ansätze. Bereits jedes vierte neugegründete Unternehmen ist ein soziales Unternehmen. In Bayern gibt es aber bislang keine umfangreiche Förderung für soziale Unternehmen, was es erschwert, neue soziale Unternehmen hier zu gründen. Gerade da sie auf Grund ihrer nachhaltigen Zielsetzung weniger leicht an Geld kommen als herkömmliche Unternehmen ist die Förderung für soziale Unternehmen besonders wichtig.

Schon jetzt gibt es verschiedene Maßnahmen zur Förderung – allerdings wollen wir sie weiterentwickeln und für mehr Übersicht über die verschiedenen Maßnahmen sorgen. Bislang wird noch nicht einmal erhoben, wie viele sozial orientierte Unternehmen es gibt – weder in Bayern noch in Deutschland.

Das wollen wir ändern. In anderen einigen EU-Ländern wird soziales Unternehmertum schon jetzt bereits deutlich besser gefördert als in Bayern. Von den Ansätzen hier können wir lernen.

Unter anderem braucht es geeignete Rechtsformen für soziale Unternehmen. Bislang verhindern strenge Auflagen, dass wachsende und stark profitable soziale Unternehmen als gemeinnützig gelten. Eine Erweiterung des Gemeinnützigkeitsbegriffs und Mischformen bei den Rechtsformen würden Sozialunternehmen ihre Entwicklung deutlich erleichtern. Frankreich hat mit der Form der „entreprise solidaire d’utilité sociale“ (frei übersetzt: solidarisches Unternehmen mit sozialem Zweck) bereits gezeigt, dass dies gut gelingen kann.

Auch die Festlegung von sozialen und ökologischen Standards bei Ausschreibungen ist wichtig:  Wenn bei öffentlichen Ausschreibungen, statt nur auf den Preis zu achten auch soziale Kosten und Umweltverträglichkeit mitberücksichtigt werden, hilft dies sozialen Unternehmen deutlich.

Auch im Bildungsbereich gibt es hier viel zu tun. Wir brauchen Lehrstühle, die sich mit sozialem Unternehmertum beschäftigen. Auch Initiativen für Schüler*innen und Studierende sollen gefördert werden, damit neue Ideen entstehen können und ein Bewusstsein für das Thema entsteht.